Vorausplanen mit dem Notar – Teil 6: vorweggenommene Erbfolge allgemein

Freitag, 22. März 2019

 

In der Fortzsetzung unserer Serie werden Möglichkeiten einer vorweggenommenen Erbfolge und einer selbstbestimmten, vorausschauenden Rechtsvorsorge dargestellt und erläutert. Damit können ungewollte Nachteile im Alltag vermieden und der Rechts- und Familienfrieden gesichert werden.

Vorweggenommene Erbfolge. In vielen Fällen ist es für künftige Übergeber ratsam, die Regelung ihrer Vermögensnachfolge vorzuverlagern und bereits zu ihren Lebzeiten – also mit warmer Hand – Vermögenswerte auf ihre Nachkommen rechtsgeschäftlich zu übertragen. In Übergabsverträgen können vorab inhaltlich dieselben Rechtswirkungen wie in einer letztwilligen Verfügung erreicht werden.

Motive. Die vorweggenommene Erbfolge sichert regelmäßig den Rechts- und Familienfrieden. Künftige Erbstreitigkeiten, die oft ein Mittel zur Austragung von familiären und lange Zeit verdeckten Konflikten sind, werden hierdurch vermieden. Häufig sind Kränkungen über vermeintliche oder tatsächliche Zurücksetzungen, die dem Übergeber nicht bewusst sind, im Spiel, die eine Bereinigung nach dem Tod des Übergebers erheblich erschweren oder unmöglich machen. Der Übergeber kann seinen Angehörigen die Gründe für seine Entscheidung darlegen und auf deren berechtigten Einwände reagieren. Die Übertragung des Vermögens kann dabei vom Fachmann angeleitet und begleitet werden. Ferner kann das Vermögen zum optimalen Zeitpunkt weitergegeben werden. Auch können Angehörige bereits zu einem Zeitpunkt mit Vermögen bedacht werden, zu dem sie dieses zum Aufbau ihrer Existenz benötigen.

Vorausplanung. Generationsübergreifender Vermögenstransfer setzt Planbar- und Vorhersehbarkeit voraus. Die vorweggenommene Vermögensübertragung sollte unbedingt auch die Altersversorgung und den bisherigen Lebensstandard von Übergebern und deren Ehegatten sowie die erb- und pflichtteilsrechtlichen Ansprüche von weichenden Erben absichern. Diesbezüglich gibt es eine ganze Reihe von Gestaltungsmöglichkeiten, die eine fachliche Beratung voraussetzen. Davon in der nächsten Folge.